„Christus hat in den Tagen seines irdischen Lebens Bitten und Flehen mit lautem Schreien und mit Tränen vor den gebracht, der ihn aus dem Tod erretten konnte; und er ist erhört worden, weil er Gott in Ehren hielt.“ Hebräer 5, 7
Ich kann mir das nur schwer vorstellen, dass Jesus mit lautem Schreien und unter Tränen zu seinem Vater gefleht hat – bis zu dem Moment im Garten kurz vor seinem Tod.
Ob er wohl vorher schon solche Zeiten hatte, wo er verzweifelt und weinend mit Gott gerungen hat? Bei all den Geschichten, die er „in den Tagen seines irdischen Lebens“ erlebt hat, wäre das nur allzu verständlich, oder?
Wir erfahren nicht sehr viel darüber, was oder wie Jesus mit seinem Vater gesprochen hat, wenn er alleine war. Aber wenn ich so drüber nachdenke, war es vermutlich nicht immer nur wohl formuliert und ausgeglichen.
Jesus war ein Mensch wie „du und ich“, mit allen Emotionen, Schwierigkeiten, Höhen und Tiefen, die wir auch mitmachen im Lauf unseres Lebens. Er hatte Kämpfe auszutragen, mit sich selbst und anderen. Das alles konnte er aushalten, weil er in sehr enger Verbindung zu Gott stand und ihn „in Ehren hielt“.
Und das ist vielleicht der Knackpunkt an dem Ganzen: es kommt nicht so sehr darauf an, wie wohl formuliert meine Gebete sind, oder zu welchem Zeitpunkt ich sie spreche. – In Kenya sind viele Christen zum Beispiel davon überzeugt, dass es wichtig ist, mitten in der Nacht aufzustehen und zu beten. –
Es ist auch nicht wichtig, ob ich laut oder leise bete, in welcher Sprache oder an welchem Ort. Wichtig ist die Verbindung zu Gott und der Gehorsam, der daraus entsteht.
Ich finde es tröstlich zu wissen, dass unser himmlischer Vater ein „dahergestammeltes“ Gebet ohne Form und Rahmen, wenn es „echt“ ist, genau so hört, wie ein gut überlegtes und durchdachtes.
Cornelia Letting
Jesus, Gottes Sohn und Menschensohn, danke dass Du es auf Dich genommen hast, hier auf die Erde zu kommen und uns zu zeigen, wie wir in enger Verbindung mit Gott dem Vater leben können. Amen
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

