Cornelias Mittwochsbrief aus Kenia, 21. Januar 2026

Mittwoch, 21. Januar 2026

„Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?“ Psalm 42, 3

„Obey your thirst” – höre auf deinen Durst – war vor Jahren der Werbeslogan einer bekannten Limonadensorte. Wir sollten unserem Gefühl folgen und nicht lange nachdenken, sondern den nächsten Kühlschrank aufsuchen.
Durst ist ein Zeichen dafür, dass dem Körper Flüssigkeit fehlt. Es wäre also tatsächlich dumm, ihn zu ignorieren, denn auf Dauer trocknen wir dann aus. Die Frage ist nur, womit stillen wir unseren Durst? Limo ist zwar lecker, aber nicht sehr gesund, genau wie so einige andere Getränke, die gut schmecken, aber wenig helfen. Wasser ist eine Option, auch wenn manche sagen, das wäre nur zum Waschen da…

Vor einigen Jahren waren wir in Turkana, einer Wüstengegend im Norden Kenyas. Ich bin es aus Tinderet gewohnt, dass die Kinder nach Süßigkeiten fragen, wenn sie mich auf der Straße treffen. Dort aber fragen sie nicht nach „sweets“, sondern nach Wasser – das hat mich zutiefst erschüttert! Viele Menschen – vor allem Frauen und Kinder – laufen jeden Tag bis zu 50 km, um Wasser für die Familie zu besorgen. Sauberes Wasser, vielleicht sogar aus einem Hahn, ist für sie kostbares Gut, während ich „nur“ Wasser zum Trinken auf Dauer schon etwas langweilig finde.

Auch unsere Seele kann durstig sein, wenn ihr etwas fehlt: Anerkennung, Liebe, Lob, Geborgenheit… Womit stillen wir diesen Durst? Mit Lebensratgebern, 12-Schritte-zum-Glück-Programmen, Diäten und Religionen? Mit toxischen Beziehungen, Manipulation, oder gar Gewalt und Aggression, wenn der Durst zu schlimm wird?

Ich denke, der Einzige, der all unseren Seelen-Durst wirklich stillen kann, ist Gott persönlich. Der Psalmschreiber hat das erkannt: „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.“ (V. 2 – 3) Alle anderen „Süßgetränke“ für die Seele hinterlassen einen schalen Geschmack und machen auf Dauer eher noch mehr durstig.

Im Johannesevangelium im siebten Kapitel sagt Jesus: „Wenn jemand Durst hat, soll er zu mir kommen und trinken!“ (V. 37, Neues Leben)
Hören wir auf unseren Durst, und gehen wir zu der einzigen Quelle, der ihn wirklich stillen kann: Jesus Christus.

Cornelia Letting

“Wasser des Lebens fließt wie ein Strom vom Himmel her, von Gottes Thron. Es überflutet das dürre Land. Das ist der Segen aus Gottes Hand.
So weit, so klar, so tief und so nah, im Strom der Gnade schwimme ich, und Deine Liebe fließt durch mich. So weit, so klar, so tief und so nah, so wie ein grenzenloses Meer ist Deine Güte um mich her.
Nimm meine Hände, nimm meinen Geist, nimm, was ich habe, nimm, was ich weiß und still diese Sehnsucht ganz tief in mir, denn das, was gut ist, kommt, Gott, von Dir.“ (Lothar Kosse)

Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

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Veröffentlicht in Region Iller-Roth, Tagesimpulse.