Warum lässt Gott Leid zu? – „Gott und die Welt“-Gespräch am 4. Oktober im Vöhringer Blue Lagoon

Mit der herausfordernden Frage „Warum lässt Gott Leid zu?“ wurde die Gesprächsreihe „Gott und die Welt“ im Blue Lagoon in Vöhringen fortgesetzt. Gastgeber Roland Binder konnte dazu rund 60 interessierte Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen.

Pater Georg Wiedemann CPPS, Kaplan Peter Schneider und Pfarrer Jochen Teuffel stellten sich gemeinsam den Fragen aus dem Publikum. Gleich zu Beginn wurde deutlich: An diesem Nachmittag konnten keine einfachen Antworten gegeben werden. Stattdessen waren die Teilnehmenden eingeladen, selbst eigene Erfahrungen einzubringen – etwa, wann ihnen die Frage nach dem Leid besonders nahegegangen ist oder ob sie Gottes Nähe gerade in schweren Zeiten gespürt haben.

Einen biblischen Zugang eröffnete Kaplan Schneider mit dem Blick auf das Leiden Jesu am Kreuz. Er stellte eindrücklich heraus, dass Gott dem menschlichen Leid nicht fern bleibt, sondern es in Christus selbst durchlebt. Pfarrer Teuffel griff die Hiob-Geschichte auf und zeigte, dass die Bibel auch den Protest des Menschen vor Gott kennt und ernst nimmt. Der Glaube dürfe ringen, klagen und fragen – in der Hoffnung, nach Zeiten der Gottesferne sich selbst in dessen Gegenwart wiederzufinden.

Unter Anleitung von Pater Georg wurde in Tischgruppen weiterdiskutiert: Welche Deutungen von Leid tragen? Ob menschliche Freiheit, die Folgen der Sünde oder die Vorstellung eines mitleidenden Gottes – die Vielfalt der Perspektiven machte deutlich, dass auch theologische Antworten tastend bleiben. Teilnehmende empfanden gerade diese Offenheit als stärkend für den eigenen Glauben.

Die Reihe „Gott und die Welt“ wird fortgesetzt. Das nächste Glaubensgespräch findet am Samstag, 21. November, um 15 Uhr erneut im Blue Lagoon statt. Dann steht die Frage im Mittelpunkt: „Welche Sterbehilfe ist für Christen angebracht?“

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