„Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Psalm 103, 2
Dieser Vers ist bekanntermaßen einer meiner Lieblingsverse. Er hilft mir daran zu denken, was ich mit Gott in der Vergangenheit erlebt habe und dass er mir viel „Gutes getan“ hat. Aber was ist eigentlich mit den weniger schönen Erinnerungen? Was mit all den Problemen, die es durchaus gab und gibt? Muss ich ihn dafür auch loben? Soll meine Seele singen bei der Erinnerung an den Tod oder die Krankheit von lieben Menschen? Oder wenn ich an meine eigenen Tiefs denke, die zwar nicht lebensbedrohlich, aber doch einschneidend waren?
Im Lehrtext zur heutigen Losung steht: „Sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus.“ (Epheser 5, 20) – Allezeit, und für alles?! Schwierig, oder?
Wenn ich allerdings etwas genauer drüber nachdenke, und wenn ich Jesus bitte, mir dabei zu helfen, dann kann ich im Nachhinein schon das ein oder andere Gute entdecken, das aus Krisen und Nöten entstanden ist. Ich kann sehen, dass es mein Vertrauen in Gottes Güte gestärkt, oder an meinem Charakter ein paar heftige Ecken etwas runder geschliffen hat. Geduld wurde geübt, Beziehungen gepflegt, Relationen richtig gestellt… Sicher kann ich das nicht eins zu eins von allem sagen, was mir widerfahren ist. Bei manchen Dingen dauert es vielleicht noch, bis ich den Sinn erkenne, bei manchen werde ich ihn wohl nie rausfinden.
Aber ich habe genügend Erfahrungen gemacht, dass ich tatsächlich Gott, dem Vater, für alles Danke sagen kann, weil ich weiß, dass am Ende alle Dinge mir zum Guten gedient haben werden (vgl. Römer 8, 28).
Und so bleiben die Verse meine Lieblingsverse: „Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünden vergibt und heilet alle deine Gebrechen, der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönt mit Gnade und Barmherzigkeit, der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler.“ (V. 1 – 5)
Cornelia Letting
Himmlischer Vater, heute danke ich Dir wieder einmal ganz bewusst für alles Gute, das Du mir schon getan hast und immer noch tust. Manches davon erkenne ich erst lange danach, manches zeigt mir Deine Liebe ganz direkt und wunderschön. Hilf mir bitte, Dir zu vertrauen, egal was kommt, und nicht zu vergessen, dass Du in jedem dunklen Tal genauso bei mir bist, wie auf den sonnigen Höhen. Amen
Seit 2008 lebt unser Vöhringer Gemeindeglied Cornelia Letting (geborene Halle) auf der Station Tinderet im westlichen Hochland Kenias, die vom Missionswerk DIGUNA („Die Gute Nachricht für Afrika“) unterhalten wird. So haben Cornelias biblische Besinnungen einen besonderen Erfahrungshintergrund.

