Vöhringen, 21. Februar 2026
Liebe Mitchristen in der Gemeinde,
„Den Teufel gibt es doch gar nicht“, sagen viele vorschnell. Hörner und Pferdefuß sind Produkte menschlicher Fantasie. Doch im Evangelium nach Matthäus (4,1–11) begegnet uns keine Gruselgestalt, sondern die Macht der Versuchung. Nach seiner Taufe mit der göttlichen Zusage – „Dies ist mein geliebter Sohn“ – wird Jesus in die Wüste geführt. „Bist du Gottes Sohn …?“ Die Versuchung zielt auf Selbstermächtigung: Verwandle Steine in Brot, zwinge Gott zum Eingreifen, greife nach der Macht. Jesus antwortet nicht mit eigenen Worten, sondern mit Gottes Wort. Er bleibt seinem Vater treu.
Auch wir kennen diese Stimmen. Sie erscheinen nicht mit Hörnern, sondern flüstern in uns: Du kommst zu kurz. Du musst dich durchsetzen. Unser eigener „Thymos“, das leidenschaftliche Gemüt, verlangt nach Anerkennung, gar Überlegenheit. In sozialen Medien schaukeln sich Empörung und Selbstgerechtigkeit hoch. Der Diabolos – der Durcheinanderwerfer – wirkt, wo Zorn Gemeinschaft zerstört und Macht wichtiger wird als Wahrheit.
Jesus widersteht. Er verweigert Spektakel, Machtdemonstration und schnellen Erfolg. Bis zur Versuchung am Kreuz bleibt er gehorsam. So bestätigt sich die Taufzusage: wahrhaft Gottes geliebter Sohn. Für uns wird ein Weg sichtbar: nicht vom Applaus anderer oder von Machtstreben bestimmt, sondern gegründet im Wort Gottes. Gott allein anbeten, ihm allein dienen – das bewahrt vor zerstörerischen Stimmen und richtet unser Leben heilsam aus.
So bete ich: Gott, unser Vater, dein Sohn hat in Wüste der Versuchung des Bösen widerstanden und Dir allein vertraut. Komm in unserer Seele zu Wort. Gib uns deinen Geist, dass wir auf Dich trauen wider Verführungen und eigenen Zweifel. Durch Jesus Christus. Amen.
Morgen, Sonntag, 22. Februar, feiern wir um 10.00 Uhr den Abendmahlsgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche. Ich werde über 1.Mose 3,1-19, also über den Sündenfall (und die Kleidung) predigen.
Am kommenden Dienstag, 24. Februar, findet wieder um 14 Uhr der Seniorennachmittag im Gemeindehaus statt.
Am Donnerstag, 26. Februar, lade ich wieder um 10 Uhr zum t-Gespräch ins Gemeindehaus ein. Ich stelle den Leipheimer Pfarrer Conrad Daniel Kleinknecht (1691-1753) vor, der 1732 ein Lehrbuch „Höchst nötiger Unterricht für die Hebammen“ geschrieben hatte.
Der dreieinige Gott segne euch und lenke eure Tage in seinem Frieden. Er führe euch auf lichtem Weg und festige eure Herzen in seiner Liebe. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

