Sonntagsbrief an die Gemeinde zum 3. Mai

Vöhringen, 2. Mai 2026

Liebe Mitchristen in der Gemeinde,

Musik erreicht, was Worte allein oft nicht vermögen: Sie tröstet, richtet auf, bringt Rastlosigkeit zur Ruhe und kann Freude vertiefen. Schon Martin Luther nannte die Musik eine „Herrin und Lenkerin der menschlichen Gefühle“. Und tatsächlich zeigen auch wissenschaftliche Erkenntnisse, dass Musik Herzschlag, Atmung und sogar Stresshormone beeinflusst. Am Königshof Sauls wird diese Wahrheit greifbar: Als David auf der Leier spielt, wird die schwermütige Seele des Königs erleichtert (1.Samuel 16,23).

Doch wir bleiben nicht bei der Musik als bloßer Wirkung stehen. Der Sonntag Kantate ruft uns weiter: „Singet dem Herrn ein neues Lied.“ (Psalm 98,1) Gott will nicht nur, dass wir hören, sondern dass wir selbst einstimmen. Mit unserem Gesang finden wir uns ein in Gottes guter Schöpfung, die von Anfang an Klang und Rhythmus in sich trägt. Wenn wir singen, wenden wir uns unserem Schöpfer zu, treten aus der Rolle der Zuhörenden heraus und werden Teil eines größeren Gotteslobes, das Himmel und Erde verbindet.

Dieses neue Lied ist jedoch kein oberflächlich fröhliches. Es ist, wie Luther sagt, auch das Lied vom Kreuz – ein Lob mitten in Anfechtung, Leid und Zweifel. Gerade dort gewinnt es seine Tiefe. Denn Gottes Wunder zeigt sich nicht im Ausblenden des Dunklen, sondern im Durchtragen hindurch: in Tod und Auferstehung Jesu Christi. Wenn wir singen, wagen wir Worte, die größer sind als wir selbst. So werden wir zu einem gemeinsamen Klang, zu einem Chor, in dem Gottes Hoffnung hörbar wird – für uns und für die Welt.

So bete ich:Gott, unser Vater, Dich preisen deine Werke. Auferstanden von den Toten lässt dein Sohn das Lob deiner Herrlichkeit neu erklingen. Dein Geist bringe unsere Stimmen zum Singen – ein Jubelgesang auf deine Güte. Ehre sei Dir in der Höhe und Frieden auf Erden. Amen.

Morgen feiern wir um 10.00 Uhr den Singgottesdienst in unserer Martin-Luther-Kirche. Aus Anlass seines 350. Todestages singen wir fünf Lieder von Paul Gerhardt passend zum Sonntag Kantate. Ich werde über 2.Chronik 5 predigen: „Es kam wie aus einem Mund, wenn die Trompeter und Sänger gleichzeitig zum Lob und Preis des HERRN sich vernehmen ließen.

Der HERR segne euch und behüte euch.
Er erfülle eure Herzen mit seinem Lied
und lasse euch von seiner Güte singen.
Er schenke euch Freude am Lob
und gebe euch Frieden.
Im Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes
Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

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