Vöhringen, 11. Juli 2026
Liebe Mitchristen in der Gemeinde,
im Garten wird immer mal wieder ausgesiebt. Schüttet man Erdaushub auf ein feinmaschiges Metallsieb und rüttelt, bleiben die Steine zurück, während der feine Sand hindurchrieselt. So kann es auch unserem Glauben ergehen: Was für die eigene Vernunft durchgeht, behalten wir; was sperrig erscheint oder sich unserem Begreifen entzieht, sortieren wir aus. Zurück bleibt ein Glaube, der zwar leicht verständlich ist, aber keinen tragfähigen Grund bildet – gleichsam ein Baugrund aus feinem Sand, vor dem Jesus in der Bergpredigt warnt (Matthäus 7,24–27). Was wir selbst vollständig begreifen (und kontrollieren) können, trägt unser Leben letztlich nicht.
Unsere Aufmerksamkeit verdient vielmehr das, was im Sieb zurückbleibt. Die sperrigen Steine stehen für jene Glaubensgeheimnisse, die uns herausfordern: die Dreieinigkeit Gottes, die Menschwerdung seines Sohnes, Jesu stellvertretenden Tod am Kreuz, seine Auferstehung und seine Gegenwart im Altarsakrament. Gerade das Widerständige kann sich als tragfähiger Fels des Glaubens erweisen. Damit wir mit diesen Geheimnissen vertraut werden, braucht es Geduld, Gottesdienst und das wiederholte Bewegen des Wortes Gottes im Herzen.
Darum ist es gut, sich eigene Glaubenszweifel einzugestehen. Je mehr der Glaube unser Leben tragen soll, desto eher wird er angefragt. Zweifel zeigen oft, dass es uns mit dem Glauben ernst ist. Werden sie verschwiegen, drohen sie den Glauben zu ersticken. Vor Gott aber dürfen wir sie aussprechen – wie der Vater des besessenen Knaben: „Ich glaube, hilf meinem Unglauben!“ (Mk 9,24).
So dürfen auch wir beten: Jesus Christus, Sohn Gottes, komm mir nahe in meinem Zweifeln. Suche mich auf, damit mein Glaube zu dir findet. Ich glaube – hilf meinem Unglauben.
Morgen feiern wir um 10 Uhr den Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche mit Abendmahl. Ich werde über 5. Mose 7,6-12 predigen: „Du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott. Dich hat der HERR, dein Gott, erwählt zum Volk des Eigentums aus allen Völkern, die auf Erden sind.“
Am Mittwoch, 15. Juli, findet von 19.30 bis 21 Uhr unser nächstes Bibel-gespräch zum Römerbrief, Kapitel 9-11 im Gemeindehaus in Vöhringen statt.
Wir laden am Sonntag, 19. Juli um 10 Uhr zum Kirchweih-Gottesdienst mit unserem Kinderhaus in die Martin-Luther-Kirche in Vöhringen ein. Im Anschluss feiern wir unter der Blutbuche mit Aktivitäten für Kinder.
Der HERR segne euch im Gehen und im Ankommen.
ER behüte euch unterwegs vor allem Übel.
Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über euch,
dass ihr dem richtigen Weg folgt.
ER sei euch gnädig und halte euer Leben mit den anderen verbunden.
Der HERR hebe sein Angesicht über euch –
auf ein Wiedersehen in seiner Gegenwart.
ER gebe euch Frieden –
im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

