Vöhringen, 1. August 2026
Liebe Mitchristen in der Gemeinde,
„Der Tod ist ein technisches Problem, das sich lösen lässt.“ So formuliert es der amerikanische Unternehmer Bryan Johnson. Rund zwei Millionen Dollar investiert er jedes Jahr in sein Anti-Aging-Projekt „Blueprint“. Mit strengen Diäten, Blutanalysen, Sensoren und Medikamenten versucht er, körperliches Altern bei sich selbst zu unterbinden. Doch ausgerechnet dieser Vorkämpfer der Longevity-Bewegung teilte nun mit, an einer bislang als unheilbar geltenden Autoimmun-Gastritis erkrankt zu sein: „Mein Magen frisst sich selbst auf.“ Die Lebenswirklichkeit des Sterbens erweist sich offensichtlich als stärker als das, was wir messen, optimieren und kontrollieren können.
„Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ (Psalm 90,12) Der Psalmbeter fordert uns auf, die eigene Sterblichkeit nicht zu verdrängen. Klug ist derjenige, der sich seiner Endlichkeit bewusst ist und das eigene Leben als von Gott geschenkte Zeit dankbar annimmt: „Meine Zeit steht in deinen Händen.“ (Psalm 31,16) Diese Anerkenntnis schenkt Gelassenheit und Vertrauen. Töricht hingegen ist, wer meint, das Leben füge sich den eigenen Wünschen und könne unbegrenzt weitergehen.
„Am Ende bin ich noch immer bei dir.“ (Psalm 139,18) Gott lässt uns nicht im Tod verloren gehen. Christus von den Toten auferstanden ist unsere Hoffnung. Unsere Zukunft hängt nicht an unserer Gesundheit, unserer Leistungsfähigkeit oder unserem Vermögen, das Leben zu verlängern, sondern an Gottes Treue. So dürfen wir uns im Leben wie im Sterben Christus überlassen – im Vertrauen darauf, dass seine Liebe uns auch durch den Tod hindurch trägt.
So bete ich: Herr, unser Gott, du schenkst uns das Leben und hältst unsere Zeit in deinen Händen. Lehre uns, unsere Endlichkeit anzunehmen und die Tage, die du uns gibst, dankbar zu leben. Lass uns in Jesus Christus die Hoffnung auf das ewige Leben finden. Bei dir sind wir geborgen – heute und in Ewigkeit. Amen.
Morgen feiern wir bereits um 9.30 Uhr (Ferienregelung) den Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche mit Lektorin Ute Eiselt.
Am Sonntagnachmittag ab 14.30 Uhr lädt der Evangelische Verein Vöhringen wieder zum »Schattencafé« mit Kaffee und Kuchen sowie einem KirchQuiz unter der Blutbuche vor der Martin-Luther-Kirche ein.
Der dreieinige Gott segne und behüte euch. Er führe euch auf lichtem Weg und bleibe euch gnädig zugewandt. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

