Sonntagsbrief an die Gemeinde zum 9. August

Vöhringen, 8. August 2026

Liebe Mitchristen in der Gemeinde,

„Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang“ – so haben wir den sechsten Vers von Psalm 23 im Ohr. Doch im Hebräischen steht ein stärkeres Wort: Güte und Gnade werden mich verfolgen (jirdefuni). Gottes Gnade bleibt also nicht auf Abstand. Sie läuft nicht hinterher, sondern setzt mir nach. Selbst wenn ich mich verliere, schuldig werde oder vor mir selbst davonlaufen möchte, gibt sie mich nicht auf. Es gibt kein Entkommen vor Gottes Güte in Jesus Christus – und das ist die beste Nachricht unseres Lebens.

Das Bild bringt die Worte des Psalms zum Ausdruck. Ein Mensch rennt dem hellen Tor entgegen. Hinter ihm jagen keine finsteren Mächte her, sondern zwei lichtvolle Gestalten. Sie drängen ihn nicht in die Enge, sondern treiben ihn weiter. Schritt für Schritt holen Gottes Güte und Gnade ihn ein. Wo wir oft meinen, aus eigener Kraft den Weg zu Gott finden zu müssen, erzählt der Psalm das Gegenteil: Nicht wir finden den Weg zu Gott – Gottes Güte findet zu uns.

Darum endet Psalm 23 mit einem wunderbaren Ziel: „… und heimkehren werde ich ins Haus des HERRN für lange Zeiten.“ Am Ende steht nicht Flucht, sondern Heimkehr. Kein rastloses Davonlaufen, sondern Ankommen. Jesus Christus lässt uns nicht los, bis wir dort sind, wo wir wirklich hingehören. Seine Güte verfolgt uns unser Leben lang – und sie wird uns schließlich heimbringen.

So bete ich: Herr Jesus Christus, Dein Wort spricht unser Leben an. Du bist der gute Hirte, Du suchst uns, rufst uns beim Namen, holst uns ein, wo wir uns selbst verlorengehen. Die Sünde trägst Du nicht nach, hast sie in deinen Tod hineingenommen. Auferstanden aus dem Grab schenkst Du ewiges Leben mit Dir. Lass uns den Glauben an Dich finden – auch durch Zweifel hindurch. Leite uns auf unserem Lebensweg durch dunkle Täler und über lichte Höhen. Halte uns in Gemeinschaft mit Dir, der Du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Morgen feiern wir bereits um 9.30 Uhr (Ferienregelung) den Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche mit Prädikantin Sandra Weigend.

Der dreieinige Gott segne und behüte euch. Er führe euch auf lichtem Weg und bleibe euch gnädig zugewandt. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

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