Sonntagsbrief an die Gemeinde zum 23. August

Vöhringen, 22. August 2026

Liebe Mitchristen in der Gemeinde,

Die Dürre dieses Sommers steht uns vor Augen: Felder, Bäume und Gärten zeigen sich hitzeversehrt. Wir möchten gern glauben, es sei ein Ausnahmejahr. Aber die Sorge wächst, dass die Erderwärmung künftig Jahr für Jahr kaum erträgliche Hitze- und Dürrezeiten bescheren wird. Worte beim Propheten Jeremia drängen sich uns auf: „Wenn sie zum Brunnen kommen, finden sie kein Wasser und bringen ihre Gefäße leer zurück. Die Erde ist rissig, weil es nicht regnet.“ (14,3f) Menschen und Tiere leiden, die Natur verschmachtet. Und der Prophet fleht: „HERR, du bist der Trost Israels und sein Nothelfer. Warum stellst du dich, als wärst du ein Fremdling im Lande und ein Wanderer, der nur über Nacht bleibt?“ (14,8)

Jeremia will uns zur Besinnung bringen: Unsere energieintensive Lebensweise hat für Mensch und Natur weltweit verheerende Folgen. Auch wenn wir als Einzelne aus eigenem Vermögen den Klimawandeln nicht aufhalten können, heißt es demütig zu werden und unsere Schuld vor Gott zu bringen. Wir brauchen ihn – nicht nur den Regen, sondern den, der unser Retter und Trost ist.

So bete ich mit Worten eines alten Gebetes aus dem Jahr 1732: Du mächtiger und gerechter, dazu auch barmherziger und gnädiger Gott! Du hast auch jetzt eine Zeitlang den Himmel verschlossen, sodass es nicht regnet. Die Erde ist ausgetrocknet, eine große Dürre ist vorhanden, und es steht im Lande allenthalben kläglich, weil du uns Hitze anstelle von Regen gegeben hast. Darum lechzt die Erde, die Äcker liegen traurig und neigen ihre Häupter.

Ach, Herr Gott, unser einziger Trost und Retter! Unsere Missetaten haben zwar dieses alles wohl verdient, aber hilf uns doch um deines Namens willen. Ach Herr, erzeige uns deine Hilfe! Gib Regen und Wasser auf unser trockenes Land! Gib Befehl den Wolken, dass sie über uns kommen, so dass dein Segen bei uns einkehre. Gib unserem Lande Regen zu seiner Zeit, Frühregen und Spätregen, und bewahre uns die Ernte treulich und jährlich, so wollen wir dir danken immer und ewiglich. Amen.

Morgen feiern wir bereits um 9.30 Uhr (Ferienregelung) den Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche mit Diakonin Lara Bodroski.

Ich selbst bin bis 12. September im Urlaub. Die Vertretung hat Pfarrer Daniel Städtler aus Illertissen.

Der dreieinige Gott segne und behüte euch. Er führe euch auf lichtem Weg und bleibe euch gnädig zugewandt. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

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