Vöhringen, 10. Oktober 2026
Liebe Mitchristen in der Gemeinde,
Lebensträume begleiten uns. Wir hoffen auf Glück, Erfolg und ein erfülltes Leben. Doch mit dem Tod enden auch die eigenen Pläne. Anders ist es mit dem Traum, den Jakob auf seiner Flucht empfängt (1. Mose 28,10–19). Er ist nicht auf der Suche nach einer großen Zukunft, sondern hat alles verloren: Heimat, Familie und Sicherheit. Mit einem Stein als Kopfkissen schläft er unter freiem Himmel ein. Gerade dort, wo alle eigenen Träume zerbrochen sind, öffnet Gott den Himmel. Jakob sieht die Himmelsleiter und hört die Verheißung: „Ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst.“
Jakob träumt nicht seinen Traum, sondern Gottes Traum. Gott verbindet Himmel und Erde und verheißt Zukunft, die weit über Jakobs eigenes Leben hinausreicht. Seine Nachkommen sollen zum Segen für alle Völker werden. Darauf hätte Jakob nie selbst kommen können. Gottes Gegenwart ist stärker als Schuld, Flucht und Angst. Seine Verheißungen werden nicht zu Luftschlössern, sondern tragen durch die Wirklichkeit hindurch. Wo Gott spricht, entsteht Hoffnung, die über unser eigenes Leben hinaus Bestand hat.
Als Jakob erwacht, erschrickt er: „Fürwahr, der HERR ist an dieser Stätte, und ich wusste es nicht.“ Den Stein richtet er als Erinnerungszeichen auf und nennt den Ort Bethel – Haus Gottes. Im Evangelium greift Jesus dieses Bild auf: Über dem Menschensohn ist der Himmel offen. In Christus sind Himmel und Erde endgültig verbunden. Wer ihm vertraut, lebt nicht nur aus eigenen Lebensträumen, sondern aus Gottes Verheißung. Sie reicht weiter als unsere Möglichkeiten – und weiter als unser Leben.
So bete ich: Herr Jesus Christus, du öffnest den Himmel über uns und schenkst Hoffnung, wo eigene Träume an ihre Grenzen kommen. Dein Geist schenke uns Vertrauen in deine Verheißungen, damit wir den Lebensweg gehen, den du für uns vorgesehen hast. Begleite uns mit deinem Segen und lass unser Leben anderen zum Segen werden. Amen.
Morgen feiern wir um 10 Uhr den Abendmahlsgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche. Ich werde zu Epheser 4,22–32 predigen: „Über eure Lippen komme kein böses Wort, sondern nur ein gutes, das den, der es braucht, aufbaut und denen, die es hören, Nutzen bringt!“
Noch einmal die Erinnerung an die Umfrage zu unserem Gemeindebrief „evangelisch iller≈roth“. Bis zum 15. Oktober nehmen wir eure Rückmeldungen entgegen. Die Umfrage findet sich unter https://evang-kirche-voehringen.de/umfrage-gemeindebrief/.
Der dreieinige Gott segne und behüte euch. Er führe euch auf lichtem Weg und bleibe euch gnädig zugewandt. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

