Sonntagsbrief an die Gemeinde zum 15. Februar

Vöhringen, 14. Februar 2026

Liebe Mitchristen in der Gemeinde,

die Liebe will zu Wort kommen – nicht als Lärm, nicht als aufgeregtes Schellen, sondern mit einer eigenen Melodie. Paulus stimmt das Hohelied der Liebe (1. Korinther 13) an und erinnert uns: Wo Liebe fehlt, bleiben selbst die größten Worte hohl. Wie oft erleben wir Misstöne zwischen Menschen – viel Gerede, viele Vorwürfe, wenig Verstehen. Doch mitten hinein sagt Paulus: Die Liebe ist da. Sie ist geduldig und freundlich, sie sucht nicht sich selbst, sie rechnet das Böse nicht zu. Sie gibt sich nicht auf, sondern versucht es immer wieder neu, weil sie menschliches Leben zusammenbringen will.

Wir Menschen sind verschieden: in Charakter, Erfahrung, Herkunft, Stimmung. Schnell beharren wir auf dem Trennenden: Ich bin ich, du bist du – was verbindet uns schon? Ohne Liebe bleiben wir bei uns selbst stehen. Doch wo Liebe zwischen Menschen tritt, geschieht ein Wunder: Wir lassen uns aufeinander ein. Die Liebe verbindet, was von sich aus nicht zusammenfindet, und aus Unterschieden wächst Gemeinschaft. Darum ist Liebe mehr als ein Gefühl. Gefühle kommen und gehen, sie tragen nicht ein Leben lang. Die Liebe, von der Paulus spricht, trägt alles, glaubt alles, hofft alles, duldet alles – sie hat Bestand.

Diese Liebe sehen wir im Leben Jesu. Ein Leben nicht für sich selbst, sondern für andere gelebt. Eine Liebe, die sich in Feindschaft, Hass und Gleichgültigkeit hineinlegt, um zu versöhnen. Das ist Gottes Liebe, die längst da ist: unerschöpflich, tragend, stärker als alles Stückwerk. Sie kommt niemals zu Fall. Alles, was wir haben, ist diese Liebe – Gottes Liebe. In sie sind wir hineingenommen, miteinander, in die Gemeinschaft seines Reiches. Die Liebe ist da.

So bete ich: Herr, unser Gott, Schritt für Schritt ist dein Sohn auf das Kreuz zugegangen. So hat sich deine Liebe dem Tod ausgesetzt. Führe uns auf dem Weg seiner Hingabe, dass wir liebevoll zu unseren Mitmenschen finden. Du bist unsere Hoffnung, jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Morgen, Sonntag, 15. Februar, feiern wir um 10.00 Uhr den Predigtgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche. Ich werde über Lukas 18,31-43 predigen. Um 11.00 Uhr findet dann der FamilienWegweiser-Gottesdienst mit biblischer Geschichte, Singen, Beten, Spielen und Basteln im Gemeindehaus statt.

An Aschermittwoch, 18. Februar, lade ich um 18.30 Uhr in die Martin-Luther-Kirche zum Bußgottesdienst ein. Er wird unser Leben zur Besinnung vor Gott bringen: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“ heißt der Zuspruch, wenn das Aschenkreuz auf die eigene Stirn gezeichnet wird.

Der dreieinige Gott segne euch und lenke eure Tage in seinem Frieden. Er führe euch auf lichtem Weg und festige eure Herzen in seiner Liebe. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

Wenn Sie den Sonntagsbrief an die Gemeinde Vöhringen als Mail bekommen möchten, einfach hier Ihre Adresse angeben:

Veröffentlicht in Allgemein, Sonntagsbrief an die Gemeinde.