Sonntagsbrief an die Gemeinde zum 15. März

Vöhringen, 14. März 2026

Liebe Mitchristen in der Gemeinde,

„Wenn ich das vorher gewusst hätte …“ – wir kennen diesen Satz. Wir schmieden Pläne, haben klare Vorstellungen vom guten Gelingen – und dann kommt alles anders. Unerwartet bricht etwas in unser Leben ein: ein Unglück, eine Panne, ein Abschied. Im Rückblick meinen wir, klüger zu sein. Doch der Konjunktiv, dieses „hätte, wäre, wenn“, trägt nicht. Er schenkt keine Sicherheit und ändert nichts am Geschehenen. Wir müssen eingestehen: Unser Leben lässt sich nicht absichern. Vieles bleibt unverfügbar.

Im Evangelium hören wir Jesu klare Worte: „Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde.“ (Johannes 12,23) Das ist kein Rückblick, sondern ein Vorausblick. Jesus weiß, was ihn erwartet, und geht seinen Weg dennoch entschlossen weiter. Seine Herrlichkeit zeigt sich anders, als wir es erwarten würden: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.“ (Vers 24) Was wie ein Ende aussieht, wird zum Anfang. Im Verborgenen wächst neues Leben. Aus der Tiefe reift Frucht.

So deutet Jesus sein eigenes Sterben. Er weicht dem Leid nicht aus, sondern gibt sich hin – für viele, für uns. Sein Sterben bleibt nicht ohne Frucht. Doch wir können daran vorbeigehen wie an einem reifen Feld, wenn wir seinem Wort nicht trauen. „Ich bin das Brot des Lebens.“ (Johannes 6,35) In diesen Worten liegt Einladung und Verheißung. Jesus ruft uns, ihm zu vertrauen und die Frucht seines Lebens anzunehmen. Sein Blick reicht weiter als unserer. Wo wir nur das Ende sehen, sieht er den Anfang. In ihm finden wir eine Hoffnung, die trägt – und einen Frieden, der bleibt.

So bete ich: HERR Gott, Quelle allen Lichts, Du siehst, was uns dunkel ist, und trägst uns in Deiner Geduld. Schenke uns Deinen Geist, dass wir glauben, hoffen und lieben – auch dort, wo wir nicht weitersehen. Durch Jesus Christus, unseren Herrn, Anfänger und Vollender unseres Glaubens. Amen.

Morgen, Sonntag, 15. März, feiern wir um 10.00 Uhr den Wortgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche. Ich werde über Jesaja 66,10-14 – Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet – predigen. Um 11 Uhr findet dann wieder der Familienwegweiser – Singen, biblische Geschichte erfahren, Beten, Spielen und Basteln – im Gemeindehaus statt.

An „Palmsamstag“, 28. März, laden wir um 15 Uhr Eltern mit kleinen Kindern (0 bis 6 Jahre) zum halbstündigen Minigottesdienst ins Gemeindehaus mit anschließendem Beisammensein ein.

Der dreieinige Gott segne euch und lenke eure Tage in seinem Frieden. Er führe euch auf lichtem Weg und festige eure Herzen in seiner Liebe. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

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