Sonntagsbrief an die Gemeinde zum 22. März

Vöhringen, 21. März 2026

Liebe Mitchristen in der Gemeinde,

Offenes Zuhören ist in unserer Zeit besonders gefragt. Der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen hat dazu ein Buch veröffentlicht: „Zuhören. Die Kunst, sich der Welt zu öffnen“ (Carl Hanser Verlag 2025). Echtes Zuhören ist die eigene Haltung, sich berühren und verändern zu lassen. Wer wirklich zuhört, lässt auch Worte an sich heran, die widersprechen oder herausfordern. Gewiss nicht einfach. Unerhört, was wir von anderen zu hören bekommen. Schnell bauen sich innere Gegenreden auf. Eigene Gedanken werden zur Echokammer, in der wir uns den Worten anderer verschließen. Ungewollt bleiben wir damit in unserer eigenen Stimmung gefangen.

Jesus fordert unser Zuhören heraus: „Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!“ (Offenbarung 2,7). Wie solches geistliche Hören aussehen kann, zeigt uns die Bronzefigur „Der Hörende“ von Toni Zenz. Die Gestalt formt mit Armen und Händen einen großen Schalltrichter. Doch das Gehörte gelangt nicht nur in den Kopf. Die offene Stelle in der Brust macht es sichtbar. Es sinkt hinab zum Herzen, während sich der Blick der Figur nach oben richtet – sehnsüchtig erhorcht sie Gottes Herzenswort.

Passend dazu sich die folgenden Gebetsworte: „Ganz nahe ist dein Wort, Herr, unser Gott, ganz nah deine Gnade. Begegne uns mit Macht und Erbarmen. Lass nicht zu, dass wir taub sind für dich, sondern mach uns offen und empfänglich für Jesus Christus, deinen Sohn, der kommen wird, damit er uns suche und rette heute und täglich bis in Ewigkeit.“ (Huub Oosterhuis)

Morgen, Sonntag, 22. März, feiern wir um 10.00 Uhr den Wortgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche. Ich werde über Hebräer 13,12-14 – Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir – predigen. Nach dem Gottesdienst können die Austräger wieder die eir-Gemeindebriefe im Gemeindehaus abholen. Um 11.30 Uhr werden wir dann die Kinder Mona und Ben in der Kirche taufen.

Der Gott,
der in Christus Jesus frei macht,
segne und behüte euch.
Er begleite euch im finsteren Tal
und hebe eure Seelen aus Todesschatten.
Er lasse sein Angesicht leuchten über euch
und führe euch auf dem Weg seines Sohnes.
Er wende euch sein Angesicht zu
und schenke euch Frieden.
Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

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