Vöhringen, 24. Januar 2026
Liebe Mitchristen in der Gemeinde,
der Hauptmann von Kapernaum (Matthäus 8,5-13), der auf Jesus zutritt, gilt nicht als frommer Insider. Er gehört nicht zu Gottesvolk, geht auch nicht in die Synagoge – und doch traut er Jesus alles zu. „Sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund.“ Als Hauptmann kennt er die Macht von Worten aus eigener Erfahrung: Befehle setzen Menschen in Bewegung, entscheiden über Leben und Tod. Aber hier geht es um mehr als menschliche Autorität. Der Hauptmann vertraut darauf, dass Jesu Wort Lähmung heilt, selbst aus der Ferne, ohne Berührung, ohne sichtbares Handeln. Jesus staunt über diesen Glauben – und das Wunder geschieht.
Wunder, so zeigt diese Geschichte, fallen nicht einfach vom Himmel. Sie werden oft errungen: durch Drängen, Hoffen, Vertrauen wider alle Einwände. Menschen bringen ihre Kranken zu Jesus, decken Dächer ab, bitten beharrlich um Hilfe. Auch heute braucht Heilung Begegnung, Vertrauen, das Sich-Anvertrauen. Doch der Hauptmann erinnert uns: Gottes Wirken ist nicht an Nähe oder Methoden gebunden. Sein Wort allein kann tragen, trösten, heilen.
„Wunder gibt es immer wieder“, sang einst Katja Ebstein (1970). Nicht, weil unser Glaube so stark wäre, sondern weil Gottes Zusage größer ist als unsere Zweifel. Wir dürfen mit allem, was uns bewegt, sagen: „Sprich nur ein Wort.“ Vielleicht ist das der kindliche Glaube, von dem Jesus spricht – klein, aber offen. Und dann lernen wir, die Wunder zu sehen, die Gott schenkt: heute oder morgen. Amen.
So bete ich: Himmlischer Vater, Du unser Gott, Deine Güte überspannt Himmel und Erde. In Deinem Sohn hast Du Dein Reich für alle Völker geöffnet. Schaffe Deinem Wort Bahn über alle Grenzen und Mauern hinweg in die Häuser und Herzen, damit Menschen allerorts zu Dir finden und Dich loben und preisen. Durch Jesus Christus. Amen.
Morgen, Sonntag, 25. Januar, feiern wir um 10.00 Uhr den Abendmahlsgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche. Ich werde über Apostelgeschichte 10,21-35 (Der Hauptmann Kornelius) predigen.
Wichtig: Am Donnerstag, 29. Januar, ist eigentlich um 10 Uhr das nächste t-Gespräch angesetzt. Da ich eine Beisetzung wahrzunehmen habe, muss es leider entfallen. Der Vortrag über Pfarrer Kleinknecht wird an einem anderen Termin nachgeholt.
Der dreieinige Gott segne euch und lenke eure Tage in seinem Frieden. Er führe euch auf lichtem Weg und festige eure Herzen in seiner Liebe. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

