Vöhringen, 27. Dezember 2025
Liebe Mitchristen in der Gemeinde,
als Kinder haben wir mit Puppen und Figuren gespielt, das Leben nachgestellt, es in die eigenen Hände genommen. So lernten wir spielerisch, unser eigenes Umfeld zu begreifen und zu ordnen. Auch als Erwachsene möchten wir unser Leben oft selbst bestimmen, alles nach unserem Willen gestalten. Doch an Weihnachten gilt etwas anderes: In der Krippe zeigt sich das göttliche Geschehen, nicht unsere eigenen Vorstellungen. Maria und Josef, das Jesuskind, die Hirten und Tiere stehen so, wie Gottes Plan es vorsieht – wir dürfen nur hinschauen und uns hineinnehmen lassen.
Die Weihnachtsbotschaft erinnert uns daran: Nicht unsere Leistungen, unser Besitz oder unsere eigenen Pläne machen unser Leben heil. Gott selbst nimmt uns an, wie wir sind, und gibt sich in Jesus Christus für uns. „Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns“ (Joh 1,14). In der Krippe begegnen wir dem Gottessohn, der unsere Freude und unser Leid, unsere Stärken und Schwächen annimmt. Wir sind eingeladen, unser Leben in Gottes Hand zu legen, uns führen zu lassen, und zugleich wissen wir: Auch wenn wir ihn nicht erfassen oder begreifen können, entgehen wir nicht seiner Vorsehung.
Wer mit Glauben auf das Jesuskind schaut, gewinnt einen neuen Blick auf das eigene Leben. Unter Gottes Führung leben wir geborgen, verbunden mit allem Geschaffenen und den Menschen um uns. Ehrfurcht vor Gott bedeutet, sich ihm zuwenden, auf ihn zu vertrauen und zu erkennen, dass wir nicht allein über unser Leben bestimmen müssen. An Weihnachten dürfen wir still werden, hinschauen und spüren: Wer sein Leben Christus anvertraut, findet bei Gott Heil, Hoffnung und Frieden – seelentief.
So bete ich: Himmlischer Vater, in deinem Sohn Jesus Christus schauen wir das Heil der Welt. Wie Simeon und Hanna preisen wir ihn als unseren Heiland und Erlöser. Leite uns nach deinem Willen, damit wir in deiner Güte anderen Gutes tun. Dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen.
Morgen, Sonntag, 28. Dezember, feiern wir um 10 Uhr in der Martin-Luther-Kirche den Wortgottesdienst. Ich predige über Hiobs letzte Antwort an den Herrn (Hiob 42,1-6).
Am Mittwoch, 31. Dezember, feiern wir um 16.00 Uhr den Abendmahlsgottesdienst zum Altjahresabend in der Martin-Luther-Kirche. Ich predige über Hebräer 13,8.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

