Sonntagsbrief an die Gemeinde zum 8. Februar

Vöhringen, 7. Februar 2026

Liebe Mitchristen in der Gemeinde,

Jesus spricht zu den Menschen nicht mit klugen Vorträgen oder abstrakten Gedanken. Er erzählt vielmehr ein Gleichnis, ein Bild aus dem Alltag: Ein Sämann geht hinaus aufs Feld und sät (Lukas 8,4-8). So, sagt Jesus, wirkt Gottes Herrschaft unter den Menschen. Gott handelt nicht wie ein Fabrikbesitzer mit kontrollierten Abläufen und garantierten Ergebnissen. Er gibt aus der Hand, wirft die Saat aus unter den freien Himmel und überlässt sie dem Boden. Gottes Reich wird nicht produziert, es wächst – offen, verletzlich, angewiesen auf das, was es vorfindet.

Vieles von der Saat geht verloren. Körner fallen auf den festgetretenen Weg, auf felsigen Grund, unter Dornen. Sie werden zertreten, vertrocknen oder erstickt. Drei Mal Misslingen. So sehen wir es oft auch heute: Wo Glaube oberflächlich bleibt, wo er keinen Halt findet, wo anderes wichtiger wird und alles überwuchert. Wir sehen leere Felder, Abschiede aus Kirche und Gemeinde, zerbrochene Hoffnungen, frühe Tode. Es scheint, als würde Gottes Wirken ins Leere laufen, als bliebe nur Verlust.

Doch Jesus bleibt nicht beim Misslingen stehen. Ein Teil der Saat fällt auf guten Boden und bringt hundertfache Frucht. Aus wenig wird Fülle. Gottes Herrschaft wächst, auch wenn wir sie nicht immer sehen. So wie ein Feld im Winter kahl daliegt und doch Leben in sich trägt. Gottes Wort kehrt nicht leer zurück. Was er aus der Hand gibt, wächst ihm zu. Darum ruft Jesus am Ende: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Denn mitten im Verborgenen ist Gott längst am Werk.

So bete ich: Ewiger Gott, dein Wort wirkt in unsere Welt hinein und lässt Gutes wachsen. Öffne uns die Türe des Glaubens, damit es auch in unserem Leben Frucht bringt. Durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert in Ewigkeit. Amen.

Morgen, Sonntag, 8. Februar, feiern wir um 10.00 Uhr den Predigtgottesdienst mit Diakonin Lara Bodroski. Sie wird über Ezechiel 2-3 predigen.

An Aschermittwoch, 18. Februar, lade ich um 18.30 Uhr in die Martin-Luther-Kirche zum Bußgottesdienst ein. Er wird unser Leben zur Besinnung vor Gott bringen: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“ heißt der Zuspruch, wenn das Aschenkreuz auf die eigene Stirn gezeichnet wird.

Der dreieinige Gott segne euch und lenke eure Tage in seinem Frieden. Er führe euch auf lichtem Weg und festige eure Herzen in seiner Liebe. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

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