Sonntagsbrief an die Gemeinde zum 18. Oktober

Vöhringen, 17. Oktober 2026

Liebe Mitchristen in der Gemeinde,

Enkel ohne Gott – Großeltern erleben mitunter, wie der Glaube bei den eigenen Kindern und Kindeskinder nicht (mehr) vorhanden ist. Fragen drängen sich auf: Was haben wir falsch gemacht? Wie soll ihr Leben ohne Gott gutgehen? Der fortschreitende Glaubensverlust in vielen Familien hat seine gesellschaftlichen Gründe. Wir leben – wohlfahrtsstaatlich versorgt – in einer Welt voller Möglichkeiten und Angebote zur Selbstverwirklichung. Da scheint der Glaube an Gott einem nichts zu bringen. Dass Gott dem eigenen Leben wirklich fehlt, wird nicht als Fehlen wahrgenommen. Man vermisst ihn nicht.

Eigene Worte und Bemühungen in Sachen Glauben richten mitunter wenig aus. Und doch ist es gut, wenn Großeltern (und Eltern) von ihren eigenen Glaubenserlebnisse erzählen. Unser Auftrag bleibt, Zeugnis zu geben – mit Worten, wo sie gehört werden, aber auch mit unserem Leben. Dazu schreibt Charles de Foucauld: „Mit unserem ganzen Sein sollen wir das Evangelium von den Dächern rufen, in unserer ganzen Person soll Jesus lebendig sein, in unserem Handeln, in unserem Leben soll das Evangelium aufscheinen.“ Auch wo wir nicht über Gott reden können, können wir so vorleben, dass anderen etwas von Christus sichtbar wird.

Und schließlich heißt es für uns vertrauen, beten, glauben. Vertrauen, dass Gottes Wirklichkeit größer ist als unser Einfluss. Dass Christus mit seinen ausgebreiteten Armen am Kreuz auch die umfasst, die jetzt nicht glauben können. Wir dürfen im Gebet unsere Kinder und Enkel dem dreieinigen Gott anvertrauen. Und vielleicht ihnen zusagen: Ich glaube für dich mit – nicht an deiner Stelle, aber an deiner Seite. Denn Gottes Reich ist größer als das, was wir jetzt sehen.

So bete ich: Herr Jesus Christus, am Kreuz hast du deine Arme ausgebreitet für die ganze Welt. Du lässt keinen los, auch diejenigen nicht, die dich nicht kennen oder suchen. Gib uns deinen Geist der Liebe und der Besonnenheit, dass wir nicht drängen, sondern anderen in Güte und Geduld begegnen. Lass in unserem Leben etwas von deinem Licht sichtbar werden, damit Kinder und Kindeskinder durch uns deine Nähe erahnen. Amen.

Morgen feiern wir um 10 Uhr den Predigtgottesdienst mit Taufe in der Martin-Luther-Kirche mit Diakonin Lara Bodroski. Um 11 Uhr findet wieder der FamilienWegweiser im Gemeindehaus statt.

In der Christuskirche in Illertissen findet morgen parallel um 10.15 Uhr der Männer-Gottesdienst „Es trifft uns ins Herz“ statt, der auch von Männern aus unserer Gemeinde mitvorbereitet worden ist.

Am Mittwoch, 21. Oktober, lade ich um 19.30 Uhr zum Bibelgespräch ins Gemeindehaus ein. Gemeinsam lesen wir im Alten Testament über Gottes Reue.

Am kommenden Sonntag, 25. Oktober, findet um 18 Uhr das Konzert „Klangreisen“ mit Robert Haas und Markus Kerber in der Martin-Luther-Kirche statt. Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

Nach eine Anfrage in eigener Sache: Aufgrund einer dauerhaften Erkrankung fehlt uns in Bellenberg ein Austräger/eine Austrägerin für den Gemeindebrief im nördlichen Gebiet Gartenstraße, Illerstraße sowie Im Brühl. Ich würde mich freuen, wenn jemand sich für diesen Dienst bei Tina Widdecke im Pfarramt meldet.

Der dreieinige Gott segne und behüte euch. Er führe euch auf lichtem Weg und bleibe euch gnädig zugewandt. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

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