Vöhringen, 18. Juli 2026
Liebe Mitchristen in der Gemeinde,
„Im Leben braucht es Orientierung. Wer hin und her schwankt, verliert sich selbst. Orientierung heißt den weiteren Weg bewusst auszurichten und zu wissen, worauf es ankommt. Das gilt nicht nur für jeden Einzelnen, sondern auch für die Gesellschaft. Gerade in Zeiten mancher Unsicherheiten stellt sich die Frage: Worauf richten wir uns, was ist unser gemeinsames Ziel?
Eine Antwort darauf gibt die Kirche. Das Wort „Orientierung“ leitet sich vom lateinischen oriens ab – dem Aufgang der Sonne im Osten. Seit den ersten Jahrhunderten orientieren sich Christen im Gebet gemeinsam nach Osten. Deshalb sind auch Kirchengebäude in der Regel nach Osten hin ausgerichtet. Der Aufgang der Sonne erinnert an Jesu Auferstehung, an dessen Sieg über den Tod und an seine Wiederkunft zur Vollendung der Welt: „Wie der Blitz ausgeht vom Osten und leuchtet bis zum Westen, so wird auch das Kommen des Menschensohns sein.“ (Matthäus 24,27).
Jedes Mal, wenn wir unsere Martin-Luther-Kirche betreten, werden wir auf Jesus Christus neu ausgerichtet. Durch das Westportal kommend, fällt der Blick auf das Christusmonogramm an der Ostwand: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.“ (Offenbarung 22,13). Im Gottesdienst kreisen wir nicht um uns selbst, sondern wenden uns gemeinsam dem zu, der das Licht der Welt ist. Von ihm empfangen wir Orientierung für unser Leben, Hoffnung über den heutigen Tag hinaus und die Zusage, dass der dreieinige Gott uns mit der Schöpfung in seine Ewigkeit führen wird.
So dürfen auch wir beten: HERR, Du unser Gott, der höchste Himmel kann Dich nicht fassen; und doch wohnt dein Name unter uns. So loben und preisen wir Dich. Heilige dieses Haus durch dein Wort. Erhöre unsere Bitten in diesen Mauern und erfülle unsere Gemeinschaft mit deinem Geist. Durch Jesus Christus. Amen.
Morgen feiern wir um 10 Uhr den MiteinanderGottesdienst zur Kirchweih in der Martin-Luther-Kirche. Kinder aus unserem Kinderhaus werden uns gesanglich begleiten. Im Anschluss feiern wir unter der Blutbuche (bei Regen im Gemeindehaus) mit Aktivitäten für Kinder. Eine gute Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Der dreieinige Gott segne und behüte euch. Er führe euch auf lichtem Weg und bleibe euch gnädig zugewandt. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

