Sonntagsbrief an die Gemeinde zum 25. Oktober

Vöhringen, 23. Oktober 2026

Liebe Mitchristen in der Gemeinde,

einige erinnern sich noch daran: Früher stand in unserer Martin-Luther-Kirche stand der Altar an der Ostwand des Chorraums. Pfarrer sprachen die Gebete mit Rücken zur Gemeinde zum Altar hin. Bei der Kirchenrenovierung 1984 wurde dann der Altar in die Mitte des Chorraumes gerückt. Fortan standen Pfarrer beim Gebet hinter dem Altar und damit im Gegenüber zur Gemeinde. Der Blickkontakt zwischen Pfarrer und Gemeinde sollte den Gottesdienst als kommunikatives Geschehen stärken. Zugewandtheit wirkt offensichtlich gemeinschaftsstiftend.

Mir stellt sich die Frage, ob dabei nicht doch etwas verloren ging – nämlich die gemeinsame Ausrichtung. Gottesdienst ist mehr als ein Gespräch unter Menschen; er lebt davon, dass wir uns miteinander auf den ausrichten, der uns in seinen Blick nimmt. So sind Kirchengebäude traditionell nach Osten hin ausgerichtet. Beten in der Kirche heißt sich gemeinsam zu orientieren, hin zum aufgehenden Licht (Orient), sollen doch unserer Gebetsworte nicht unter uns bleiben.

In unserer Kirche lässt das Christusmonogramm uns aufblicken. So finden wir zu Christus, der von sich sagt: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.“ (Offenbarung 22,13) Seit kurzem nehme ich als Liturg bei der Gemeinde im Kirchenschiff Platz und orientiere mich mit ihr im Gebet. Mir tut dies gut, kann ich doch dabei meine Augen offenhalten und nach oben schauen.

So bete ich: Herr Jesus Christus, wo du gegenwärtig bist, wächst der Friede. Komm zu uns, erlöse deine Schöpfung vom Bösen und erneuere die Welt durch deinen Geist. Dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen.

Morgen feiern wir um 10 Uhr den Predigtgottesdienst in der Martin-Luther-Kirche. Ich werde zu der Frage predigen: „Warum lässt Gott Leid zu?“

Morgenabend findet um 18 Uhr das Konzert „Klangreisen“ mit Robert Haas und Markus Kerber in der Martin-Luther-Kirche statt. Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

Am Donnerstag, 29. Oktober, lade ich um 10 Uhr wieder zum t-Gespräch ein: „Wenn ich einmal muss scheiden …“ Was würde ich mir für mein Lebensende bzw. für meine Beerdigung wünschen?

Der dreieinige Gott segne und behüte euch. Er führe euch auf lichtem Weg und bleibe euch gnädig zugewandt. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

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