Sonntagsbrief an die Gemeinde zum 30. August

Vöhringen, 29. August 2026

Liebe Mitchristen in der Gemeinde,

So kann sich Einsamkeit anfühlen, wenn es in Psalm 102 heißt: „Ich bin wie eine Eule in der Wüste, wie ein Käuzchen in zerstörten Städten. Ich wache und klage wie ein einsamer Vogel auf dem Dache.“ (V. 7–8). In einer Gesellschaft, die Individualität und Selbstverwirklichung betont, in der immer mehr Menschen allein leben, Partnerschaften zerbrechen, Familien kleiner werden und die Menschen älter werden, wächst das Gefühl der Einsamkeit. Soziale Medien versprechen zwar Nähe und Kontakte, können bei übermäßigem Gebrauch aber gerade zu Isolation und Vereinsamung führen.

Wir Menschen sind auf Gemeinschaft angelegt. Für unser Wohlbefinden brauchen wir persönliche Aufmerksamkeit und verlässliche Zuwendung. Doch was verbindet uns, wenn gemeinsame Erfahrungen und tragfähige Beziehungen fehlen? Wie finden Menschen mit unterschiedlichen Lebensgeschichten und Interessen wirklich zusammen?

Christen hören darauf eine Zusage: „Ihr seid alle Kinder Gottes, weil ihr durch den Glauben mit Christus Jesus verbunden seid.“ (Galater 3,26). In der Lebensgeschichte Jesu finden sie zueinander. Sie dürfen ihre Wunden zeigen, einander liebevoll begegnen, sich trösten und ermutigen, „fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet“ (Römer 12,12). Wo Christen so miteinander und füreinander beten, dass die anderen es hören können, wächst durch Gottes Geist eine Gemeinschaft, die Einsamkeit überwindet und Hoffnung schenkt.

So bete ich: Herr Jesus Christus, du kennst unsere Einsamkeit und hast sie am Kreuz selbst getragen. Führe uns zusammen als Menschen, die auf dich vertrauen. Öffne unsere Herzen füreinander, schenke uns den Mut, einander zuzuhören, füreinander zu beten und deine Liebe weiterzugeben. Sei mitten unter uns, damit deine Gegenwart unsere Gemeinschaft erfüllt. Amen.

Morgen feiern wir bereits um 9.30 Uhr (Ferienregelung) den Gottesdienst in der Martin-Luther-Kirche mit Thomas Reiner.

Ich selbst noch bis 12. September im Urlaub. Die Vertretung hat Pfarrer Daniel Städtler aus Illertissen.

Der dreieinige Gott segne und behüte euch. Er führe euch auf lichtem Weg und bleibe euch gnädig zugewandt. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

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