Sonntagsbrief an die Gemeinde zum 17. Mai

Vöhringen, 16. Mai 2026

Liebe Mitchristen in der Gemeinde,

Der Begriff „Placebo“ stammt ursprünglich nicht aus der Pharmazie, sondern aus der lateinischen Bibel: „Placebo Domino in regione vivorum – ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen“ (Ps 116,9). Das Wort verweist also nicht auf Täuschung, sondern auf Vertrauen und Hoffnung. Auch Paulus betet darum, dass Christus „durch den Glauben in euren Herzen wohne“ und der „inwendige Mensch“ gestärkt werde (Epheser 3,16f). Die moderne Placebo-Forschung zeigt, dass Erwartungen und Vertrauen den Menschen tatsächlich verändern können – bis hinein in Körper und Gehirn. Der Mensch lebt eben nicht nur von dem, was messbar ist, sondern auch von dem, worauf er sein Herz richtet.

Doch christlicher Glaube ist mehr als nur Selbstbeeinflußung. Jesus macht aus Glauben keine magische Technik, die automatisch heilt oder Probleme beseitigt. Deshalb ist der Ruf des Vaters im Evangelium so tröstlich: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Markus 9,24). Glaube bleibt oft angefochten, tastend und voller Fragen. Gerade die Zweifelnden, Kranken und Erschöpften finden bei Christus Gehör. Niemand muss stark oder vollkommen sein, um zu ihm zu kommen. Gottes Nähe zeigt sich nicht erst dort, wo alles gelingt, sondern mitten in eigener Zerbrechlichkeit.

Darin liegt das Geheimnis des Glaubens: Nicht eigene Einbildung trägt den Menschen, sondern die Erfahrung, von Christus getragen zu sein. Paulus spricht davon, „in der Liebe eingewurzelt und gegründet“ zu sein und die Liebe Christi zu erkennen, „die alle Erkenntnis übertrifft“ (Eph 3,17.19). Glaube öffnet einen Raum, in dem Hoffnung stärker wird als Resignation. Wer betet, singt, Gottes Wort hört und sich Christus anvertraut, geht nicht allein durchs Leben. „Placebo“ heißt ursprünglich: Ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen. Genau das verheißt der christliche Glaube bis heute.

So bete ich:Herr Jesus Christus, über alle Mächte und Gewalten, bist du erhöht. Himmelweit behältst Du das letzte Wort über unsere Zukunft. Entreiß uns Befürchtungen, die Seelen verdüstern. Stärke uns durch den Geist der Wahrheit, den du verheißen hast. Mit ihm und dem Vater wirst du gepriesen in Ewigkeit. Amen.

Morgen feiern wir um 10.00 Uhr den Gottesdienst in unserer Martin-Luther-Kirche zum Sonntag Exaudi. Ich werde über Jeremia 31,31-34 predigen. Um 11 Uhr findet dann wieder der Familienwegweiser im Gemeindehaus statt – Singen, biblische Geschichte, Beten, Spielen und Basteln.

Am Dienstag, 19. Mai, findet der Seniorennachmittag um 14.30 Uhr im Gemeindehaus statt. Cornelia Halle-Letting wird über Kenia und das Rainbow-Kinderheim in Tinderet berichten.

Am Mittwoch, 20. Mai, lade ich um 19.30 Uhr zum Bibelgespräch „Kraft Gottes“ ins Gemeindehaus ein. Wir lesen gemeinsam aus dem Römerbrief die Kapitel 4 bis 7.

An Samstag, 22. Mai, laden wir um 15 Uhr Eltern mit kleinen Kindern (0 bis 6 Jahre) zum halbstündigen Minigottesdienst mit anschließendem Beisammensein ins Gemeindehaus ein.

Der dreieinige Gott segne und behüte euch. Er führe euch auf lichtem Weg und bleibe euch gnädig zugewandt. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

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