Vöhringen, 5. Juni 2026
Liebe Mitchristen in der Gemeinde,
die Geschichte von Jakob und Esau im Buch Genesis (Kapitel 25-33) zeigt, wie verletzlich Familien werden, wenn Segen und Erbe als ungleich verteilt erlebt werden. Ein Teller Linsen, ein erschlichener Segen – und zurück bleibt ein Riss, der Geschwister entzweit. Beim Erbe geht es nicht nur um die Aufteilung von Eigentum, sondern um Anerkennung, Nähe und Gunst.
Auch heute können elterliche Zuwendungen als Bevorzugung verstanden werden. Was als fürsorgliche Liebe zugedacht ist, wird von anderen als Benachteiligung empfunden. Fehlt es untereinander an Akzeptanz, wachsen Misstrauen und Kränkung – und am Ende steht nicht selten eine zerbrochene Gemeinschaft.
Ein rechtssicheres Testament lässt sich mit notarieller Unterstützung aufsetzen. Aber noch wichtiger ist es, dass der eigene „letzte Wille“ das Einvernehmen mit den möglichen Erben sucht. Daher ist es als Erblasser wichtig, das eigene Vorhaben den Betroffenen frühzeitig zu erklären und klare Regelungen anzustreben, die Missverständnisse und Enttäuschungen vermeiden. Dabei ist zu bedenken, dass die elterliche Sichtweise in Sachen Gerechtigkeit und Bedürftigkeit nicht unbedingt von den je eigenen Kindern nachvollzogen wird.
Gut, wenn in Familien die Worte des Apostels Paulus zum Tragen kommen können: „Vor allem bekleidet euch mit der Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist! Und der Friede Christi triumphiere in euren Herzen. Dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar!“ (Kolosser 3,14f)
So bete ich:Gott, Du unser Vater, dein Wort widersteht der Sünde und durchdringt den Tod. Wir bitten um deinen Geist: Er lasse uns deine Stimme unterscheiden von all den leblosen Stimmen, die auf uns einreden. So gehört unser Leben Dir – geformt von deiner Liebe, die uns in Jesus Christus begegnet. Dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen.
Morgen feiern wir um 10.00 Uhr den Gottesdienst in unserer Martin-Luther-Kirche mit Lektorin Ute Eiselt.
Am Mittwoch, 10. Juni, feiern wir um 15 Uhr einen Abendmahlsgottesdienst im Caritas-Centrum, Sperberweg 4 in Vöhringen.
Am Mittwoch, 10. Juni findet von 19.30 bis 21.00 Uhr unser nächstes Bibelgespräch zum Römerbrief, Kapitel 7-11 im Gemeindehaus in Vöhringen statt.
Am Donnerstag, 11. Juni, findet um 10 Uhr wieder das t-Gespräch im evangelischen Gemeindehaus in Vöhringen statt – ein halbstündiger Impulsvortrag mit anschließendem Gespräch, dazu eine Tasse Tee. Dort werde ich Schritte zur Erbgerechtigkeit näher vorstellen.
Pfarrerin Marie Frey hat uns beim Waldgottesdienst an Fronleichnam eine ansprechende Predigt zu Jeremia 17,5-8 gehalten. Hier kann ihre Predigt nachgelesen werden.
Der dreieinige Gott segne und behüte euch. Er führe euch auf lichtem Weg und bleibe euch gnädig zugewandt. Amen.

Euer Jochen Teuffel
Pfarrer

